VC20 - So begann esEs ist unglaublich, wie die Zeit vergeht. Vor ein paar Jahren (1982) nahm ich als frischgebackener Student der Geologie und Paläontologie - stolz wie ein Spanier - einen VC20 in Empfang. Versandt wurde er von einer Firma, die so heute kaum noch jemand kennen dürfte, der Vobis Data Computer GmbH aus Aachen. International war der VolksComputer als VIC20 bekannt, der Name leitete sich von dem Video Interface Chip und dem 20kB großen ROM ab. Technische Daten dieses Computerleins:
Ein kleines, blaues Büchlein mit Spiralbindung lag bei, die Bedienungsanleitung. Als erstes Speichergerät verwendete ich die Datasette, die Daten auf Kassetten aufzeichnete. Kurze Zeit später erwarb ich zu einem aus heutiger Sicht sündhaften Preis das Floppylaufwerk VC1540. Es war mit einem Schreib-/Lesekopf ausgestattet und beschrieb daher einseitige 5,25" Disketten. Angeschlossen wurde es über einen serielle Variante des seinerzeit populären Bus IEE488 und war, wie alle an diesem Bus anzuschliessenden Geräte, im Prinzip ein eigenständiger Rechner, der mit dem Commodore DOS ausgestattet war. Dies organisierte unabhängig vom VC20 Formatierung der Disketten, Umbenennung und Kopieren von Dateien, die Dateiablage und den Dateizugriff. Es sollte mich fortan mit immer wieder auftretenden Leseproblemen nerven, die auf einer mangelhaften Positionierung des Schreib-/Lesekopfes beruhten. Welch ein Gerät! Nach dem Einschalten wurde auf dem Bildschirm angezeigt: **** CBM BASIC V2 **** Die Bedienungsanleitung wurde studiert und ein ersten Basic-Programm eingetippt. Welch Wunder - ein animierter "Vogel" flappte über den Bildschirm. Programme wie Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation waren Mangelware, selbst Hand anlegen war angesagt. Gleichzeitig wurde der Markt nach sinnvollen Erweiterungen abgegrast. Speichermodule wurden angeschafft, aber der Modulport erlaubte nur den Anschluß eines Modules. Zur parallelen Nutzung mehrerer Module war die Anschaffung der Erweiterungsbox "VC1020" unumgänglich. Fünf Module konnten jetzt gleichzeitig verwendet werden! Der VC20 wurde in sie hineingeschoben und sah dann seinen erwachsenen Brüder und Schwestern der großen Baureihen von Commodore irgendwie ähnlich. Ein Highlight war die Anschaffung der 80-Zeichenkarte von Data Becker, einem damals gerade gegründeten Unternehmen. Über einen Monitor (Zenith) konnten grün auf schwarz wirklich 80 Zeichen in 25 Zeilen angezeigt werden. Der Drucker VC-1515 verrichtete kreischend sein Werk beim Versuch, leserlich auf maximal 7" breites Papier zu drucken. Das Druckbild litt arg unter dem Umstand, dass die Zeichenmatrix sieben Punkte (2,82mm Höhe) x 5 Punkte (1,76mm Breite) betrug. Sobald ein passendes Interface - auch das kam von Data Becker - zur Verfügung stand, wurde er gegen einen EPSON MX80/III ausgetauscht. Rat holte man sich damals in Computerzeitschriften wie:
Neben Berichten über Hardwareneuheiten waren umfangreiche Anleitungen und Hilfestellungen zur Programmierung der Heimcomputer sowie die Veröffentlichung von Programmen Schwerpunkte aller genannten Zeitschriften. Programme des Berichtenden fanden sich in den Zeitschriften:
27.08.2011, 14:43 von Sinister |
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